Meine Ziele als Ihr Bürgermeister für Eisfeld

 

Interview im HM - Zweiländer Magazin  Ausgabe 1-2/2018

 

  1. 1.  Herr Bürgermeister Gregor, zum zweiten Mal in Folge bewerben Sie sich um das Amt des Bürgermeisters der Stadt Eisfeld. Sehen Sie darin noch immer eine Lebensaufgabe?

    Nach einer Amtsperiode kann das Ziel noch nicht erreicht sein. Ich habe jetzt mit einem sehr engagierten Stadtrat, wesentliche Aufgaben unserer Stadt  in Angriff genommen. Weitere Aufgaben werden in den nächsten Jahren folgen, Ideen und Konzepte sind bereits entwickelt. Ja, Eisfeld ist eine Lebensaufgabe für mich geworden.
  2. Wenn Sie sechs Jahre zurückschauen: Welche Projekte konnten Sie realisieren? 

    Wesentliche Projekte waren:
    -der Umbau und Sanierung des Rathauses
    -die Umsetzung des Hochwasserschutzes an der Werra in Harras und damit verbundene Infrastrukturmaßnahmen sowie der Neubau der Feuerwehrgarage in der Ortsmitte
    -die denkmalgerechte Instandsetzung der Dächer und der Außenfassade am Schloss in Eisfeld
    -Beginn der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Werra im Stadtgebiet von Eisfeld
    -Umsetzung der Dorferneuerung im Ortsteil Waffenrod-Hinterrod – Sanierung des Gemeindehauses und des Dorfplatzes
    -intensive Begleitung der Kirchensanierungen in Eisfeld und Hirschendorf
    -Bau eines Skaterpark´s auf dem Eisfelder Sportgelände
    -Sanierung des Grenzturmes und Erneuerung der Dauerausstellung
    -Ertüchtigung des touristischen Ausflugszieles Bleßberg – Wasserwerk, Dachsanierung am Wanderheim und Außenfassade Bleßbergturm
    -Weiterführung der Planungen und die Erschließung des Industriegebietes Eisfeld Süd
    -Planungen zum Wohnbaugebiet Thomasberg in Eisfeld
    -Kanal- und Wasserleitungsbau verbunden mit Straßenbau in Harras, Eisfeld und Waffenrod
    -Fortführung der Flurbereinigungsmaßnahmen in Eisfeld und den Ortsteilen
    -Planungen zum Bau und Erweiterung der KiTa Pfiffikus in Eisfeld mit 32 neuen Betreuungsplätzen
    -Planungen und Beginn der Sanierungsmaßnahmen Altstadtquartier Justus-Jonas- Straße – Schaffung von Wohnungen
  3. Welche Probleme hätten Sie außerdem gerne gemeistert? Warum ist Ihnen dies nicht gelungen?

    Natürlich gibt es auch Projekte die erst noch weiter entwickelt werden müssen und damit auf ihre Umsetzung warten. Eisfeld braucht in absehbarer Zeit einen adäquaten Veranstaltungsort, hier muss jetzt entschieden werden wie und ob das „Volkshaus“ als Eisfelder Kultur- und Veranstaltungshaus entwickelt werden kann.  Ebenfalls hätte ich gerne die Sanierung der Marktstraße erledigt gehabt, leider fehlte hier noch die konkrete Fördermittelzusage.
  4. Am Marktplatz in Eisfeld gibt es einen Schandfleck. Sprich: Ein Haus musste vor einiger Zeit abgerissen werden, zurückgeblieben ist ein Trümmerhaufen. Einladend wirkt dies nicht… Was nun?

Auf dem Eisfelder Marktplatz sind insgesamt 3 Häuser vom Verfall betroffen, eines musste wegen akuter Einsturzgefahr abgerissen werden. Ein Investor hat hier schon seit mehreren Jahren die Hand drauf, geschehen ist aber bis heute nichts. Nach den Vorstellungen des Investors sollte hier ein ganzes Stadtquartier saniert und ertüchtigt werden. Leider ist die Situation aktuell sehr ernüchternd, der Kontakt zum Investor ist komplett abgerissen. Zurzeit prüfen wir mit Unterstützung zweier Rechtsanwälte welche Möglichkeiten die Stadt hat, hier die Planungs- und Gestaltungshoheit zurück zu gewinnen. Ziel ist es, die Nordseite des Eisfelder Marktplatzes wieder in einem ordentlichen Zustand zu versetzen und die Innenstadt attraktiv zu gestalten. Dafür möchte ich auch in der nächsten Amtsperiode meine ganze Kraft verwenden. Das hat ganz einfach Priorität eins.

  1. Sie gelten als Befürworter von Kooperationen in wirtschaftlichen Räumen. So liebäugeln Sie seit geraumer Zeit mit der Initiative Rodachtal, deren Aufgabenbereich von Straufhain (Hildburghausen) über Ahorn (Coburg) bis nach Untermerzbach (Haßberge) reicht. Welche Vorteile könnte ein Beitritt Eisfelds in den "Zweckverband" bieten, der länderübergreifend wirkt?

Wir sind hier eine gewachsene Region, eine Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene verspricht viele Synergieeffekte. Die verschiedenen Gebietskörperschaften in verschieden Landkreisen und Bundesländer können in einer starken kommunalen Gemeinschaft viel erreichen. Eisfeld kann hier einen guten Beitrag leisten und viel Erfahrungsreichtum in die Initiative einbringen. Ebenso viele Impulse erhoffe ich mir aus den anderen Städten und Gemeinden, die auch unsere Stadt für ihre Entwicklung gut nutzen kann. Außerdem schätze ich persönlich sehr den Kontakt und den freundschaftlichen Austausch mit meinen Bürgermeisterkolleginnen und - kollegen.

  1. Sie sind auch Kreispolitiker. Der Landkreis Sonneberg gehört zum Beispiel der Metropolregion Nürnberg an. Auch engagiert sich der Landkreis Sonneberg im Tourismusverein Coburg.Rennsteig. Hat der Landkreis Hildburghausen kein Interesse an einer stärkeren Zusammenarbeit mit seinen bayerischen Nachbarn?

    Ich vertrete die Meinung, dass auch unser Landkreis der Metropolregion Nürnberg und auch dem Tourismusverein Coburg.Rennsteig beitreten muss. Leider sehe ich im Moment keine Mehrheit im Kreistag dafür, zu viele Verantwortliche stehen hier auf dem Bremspedal, eine ordentliche und sachliche Auseinandersetzung mit der Thematik ist sehr schwierig. Trotzdem werde ich auch für diese Projekte weiter werben und meine Stimme dazu erheben.
  2. Blicken wir für die Stadt Eisfeld nach vorn. Welchen Stellenwert nimmt für Sie die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben ein?

    Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Viele ansässige Unternehmen haben investiert und ihre Produktion erweitert. Die Nachfrage nach Gewerbe- und Industriefläche hat zugenommen. Deshalb ist die Erweiterung und die Erschließung des Gewerbe- und Industriegebietes Eisfeld Süd sehr wichtig und es freut mich, dass es gelungen ist dies auch maßgeblich in den letzten 5 Jahren voranzubringen. In der zweiten Jahreshälfte wird die Erweiterung von über 30 ha. zur Verfügung stehen. Die Vermarktung der Flächen  ist dabei sehr wichtige Aufgabe, die sich in den nächsten  Monaten verstärken wird. Eisfeld ist dabei auf dem Weg zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort in Südthüringen zu werden.
  3. Neue Betriebe benötigen Arbeitskräfte. Gibt es für neue Arbeitskräfte auch Wohnungen in Eisfeld? Können Sie im Altstadtbereich attraktive Wohnungen anbieten? Verfügen Sie über ein Angebot an Bauplätzen?

Richtig ist, die sogenannten weichen Standortfaktoren müssen sich natürlich mitentwickeln. Der Wohnungsmarkt ist schon seit Jahren in Eisfeld sehr nachgefragt, nicht nur für Arbeitskräfte am Standort Eisfeld, sondern auch wegen der guten Verkehrsanbindung für den Großraum Coburg. Die Stadt hat ihre Planungen in den letzten Jahren diesem positiven Trend angepasst. So wird in Kürze ein neues Wohngebiet am Thomasberg in Eisfeld entstehen, Planungen für weitere Gebiete sind zurzeit in der  Vorabstimmung. Geplant sind insgesamt bis zu 50 neue Bauplätze in den nächsten 10 Jahren. Unabhängig davon wird der Kommunale Eigenbetrieb für Wohnungswirtschaft  weiter intensiv Wohnraum in der Innenstadt sanieren oder neu bauen. Aktuelles Projekt ist das Stadtquartier Justus Jonas Straße, hier entstehen kurzfristig 9 Wohnungen und mittelfristig 15 Weitere in den nächsten 3 Jahren.

  1. Wie steht es um Kindergärten, Schulen, Busverbindungen und anderes, also Einrichtungen, die für Familien von großem Interesse sind?

Auch hier sind wir in Eisfeld auf einem guten Weg. Die Kapazitäten für die Kleinkindbetreuung werden aktuell erweitert. Gemeinsam mit der Diakonie Sonneberg werden in diesem Jahr noch 32 neue Betreuungsplätze für die Altersgruppe 1-3 in Eisfeld entstehen. Damit verfügt unsere Stadt über 320 Kita-Plätze in 4 Einrichtungen. Die Grund- und Regelschulen werden ab dem Sommer dieses Jahres grundhaft saniert und für die Zukunft gerüstet. Hier investiert der Landkreis mit Fördermitteln des Freistaates ca. 8.Mill Euro und macht damit den Schulstandort Eisfeld zu einer modernen Bildungseinrichtung im Landkreis Hildburghausen. Busverbindungen und ÖPNV sind gemeinsam mit dem Landkreis in den letzten Jahren gut ausgebaut worden. Eisfeld stellt hier auch ein lokales Zentrum dar, Vernetzung von Bahn und Bus, bis hin zur Erreichbarkeit des ICE Bahnhofes Coburg sind heute möglich. An Optimierungen wird natürlich hier auch immer weiter gearbeitet. Spielplätze und sportliche Einrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil für Familien in unserer Stadt. Hierzu werden ständig Projekte angeschoben und umgesetzt, zu nennen ist hier der Skatpark in Eisfeld, die Spielplätze in Waffenrod und Harras sowie die konkreten Planungen für ein Naherholungsgebiet auf der Eisfelder Siegeshöhe, wo als erster Bauabschnitt ein großer Spielplatz entstehen wird.

  1. Die Wahlberechtigten in Eisfeld entscheiden am Sonntag, 15. April, über die Bürgermeisterwahl. Kämpfen Sie um jede Stimme?

    Ja, ich kämpfe um jede Stimme, weil für mich nicht nur das Ergebnis sondern auch die Wahlbeteiligung wichtig ist und ich Eisfeld als meine Lebensaufgabe sehe.